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Schwacher Buchmarkt durch Osterverschiebung
Im März hat die Buchbranche 15,9 Prozent weniger Artikel abgesetzt als im Vergleichsmonat 2018. Dies berichtet der aktuelle Branchenmonitor Buch (BMB), eine monatlich erscheinende Erhebung des Börsenvereins des Deutschen Buchhaldens e.V. mit  durch MediaControl erhobenen Zahlen. Nur einer allgemeinen Preissteigerung von nicht unerheblichen 4,8 Prozent ist es zu verdanken, dass es mit dem Umsatz nur um 11,8 Prozent nach unten ging. Das in diesem Jahr später gefeierte Osterfest ist der Hauptgrund für den Einnahmenschwund. Dieser schlägt sich in allen fünf Editionsformen nieder, besonders aber bei Hörbüchern/Audiobooks (-31,4%), Taschenbüchern (-10,5%) sowie Hard- & Softcover-Ausgaben (-11,5%). Bei den als Osterpräsent weniger beliebten Kalendern (-2,4%) und Karten/Globen (-6,5) fällt das Umsatzminus moderater aus. Bei den Warengruppen ist der Einnahmenschwund bei Kinder- & Jugendbüchern (-26,5%) besonders drastisch. Auch Belletristik (-10,8%) sowie Reise- (-9,8%) und Ratgeberliteratur (-7,2%) verlieren im Vergleich zum März des letzten Jahres deutlich. Am besten schneidet dagegen noch das Sachbuch (-1,5%) ab. Die intellektuellen Sammelgenres "Geisteswissenschaft, Kunst, Musik" (-5,6%), "Naturwissenschaft, Medizin, Informatik, Technik" (-6,7%) und "Sozialwissenschaft, Recht, Wirtschaft" (-4,4%) verlieren ebenfalls. Die Erhebungen im BMB fußen auf Daten von zuletzt 3766 Points of Sale in den Bereichen Internet, Warenhäuser, Sortiment und sonstige Verkaufsstellen. Unter letztere fallen Bahnhofsbuchhandel, Kauf und Warenhäuer sowie Drogerien und Elektromärkte.

YouTuber Drachenlord braucht Rundfunklizenz
Rainer Wnkler alias "Drachenlord" macht Rundfunk über YouTube. So zumindest sieht es die Bayrische Landesmedienanstalt. Der Vlogger mit Sonderschulabschlus zockt auf der Videoplattform und eckt durch teils unüberlegte Äußerungen an. Ins Visier der Medienanstalt geriet Winkler durch seine Livestreams bei Younow. Lizenzpflichtig sind journalistisch gestaltete Angebote, die linear an über 500 potenzielle Nutzer verbreitet werden. Diese Voraussetzungen sah man beim Drachenlord als erfüllt an. Winkler hat nun einen Monat Zeit gegen das Sendeverbot Einspruch zu erheben. Immerhin darf der YouTuber auf die Zukunft hoffen. In der Diskussion ist derzeit eine Novellierung des Medienstaatsvertrages, die eine spezielle Bagatellrundfunk-Klausel enthält. Dadurch sollen Let's Player wie Gronkh bald von der Pflicht zur Rundfunklizenz befreit werden.

Kino von der Rolle: Der Staat hilft
Mit nicht nicht unerheblichem Aufwand will die Regierung den digitalen Umbruch in deutschen Kinos auch in ländlichen Regionen vorantreiben. Auf ein entsprechendes Unterstützungsprogramm einigten sich nun Haushalts- und Kulturpolitiker der Koalitionspartner in Abstimmung mit Kultur- und Medien-Staatsministerin Monika Grütters. In Städten und Dörfern mit maximal 25.000 Einwohnern können die Betreiber von Lichtspielhäusern auf finanzielle Unterstützung beim Umstieg von der Filmrolle auf die Festplatte hoffen. Bis zu 25.000 EUR kann die staatliche Finanzspritze betragen. Lediglich 20 Prozent der Modernisierungskosten müssen vom Antragssteller selbst geleistet werden. Interessenten sollten sich allerdings ranhalten. Insgesamt werden für das Hilfeprogramm nämlich maximal fünf Millionen aus Mitteln des Agrarministeriums bereitgestellt. Im ungünstigsten Falle können also "nur" 200 Kinos profitieren. Wie nicht anders zu erwarten, bewertete der Hauptverband der deutschen Filmtheater (HDF Kino e.V.) die Maßnahmen in einer entsprechenden Mitteilung als begrüßenswert aber unzureichend. Dr. Thomas Negele als HDF Kino-Vorstandsvorsitzender unterstrich dies mit dem Statement "Die jetzt freigegebenen Mittel müssen aber dringend um ein echtes Zukunftsprogramm ergänzt werden, das die gesamte Kinolandschaft in Deutschland in den Blick nimmt und die Branche nachthaltig stärkt. Dafür ist nicht nur ein deutlich höheres Budget nötig, es müssen auch andere Kriterien als lediglich die Ortsgröße angelegt werden".

Apple präsentiert neue Digital-Flats
In Cupertino hat Elektronikriese Apple am Montag eine neue Palette von Digitalangeboten vorgestellt. Es handelt sich um drei unterschiedliche Flatrates für Film- & Serien, Videogames und Nachrichtenmagazine. Mit Apple TV+ steigt das US-Unternehmen nun endgültig in den Video-Streamingmarkt ein. Dazu wurden bereits eigene Serien und Spielfilme mit Hollywood-Stars wie Steven Spielberg und Jennifer Aniston produziert. Im Herbst soll der Launch erfolgen. Etwa gleichzeitig planen auch Disney und Warner in das derzeit noch boomende Marktsegment einzusteigen. Im Rennen um die Gunst der Kunden hat Apple immerhin den Vorteil, die notwendige zum Empfang nötige TV+-App auf hauseigenen Geräten wie dem Apple TV selbst aufspielen zu können. Desweiteren soll es eine Flatrate für Videogames geben. Der Dienst wurde "Apple Arcade" getauft. Zu einem noch nicht feststehenden Preis lassen sich damit Spiele beziehen, die auf Apple-Hardware laufen. Zielplattformen sind sowohl Mac-PCs als auch iPad und iPhone. Das Angebot soll ausschließlich exklusive Titel enthalten, die sich auch ohne Internetverbindung zocken lassen. Bereits gelauncht wurde der Service Apple News+. Für 9,99 Dollar können Nachrichteninteressierte in den USA und Kanada in rund 300 Magazinen nach aktuellen Beiträgen stöbern. Mit dabei sind unter anderem Time, National Geographic, Vogue, Wired, People und das Wall Street Journal.

Wegen App-Abgaben: Spotify reicht Beschwerde gegen Apple ein
Anbieter von Abos sind seit längerer Zeit unzufrieden mit den Gepflogenheiten in den digitalen App Stores von Apple und Google: Schließt ein Neukunde einen Langlauf-Vertrag bei Anbietern wie Spotify oder Netflix über eine App ab, so bekommt der jeweilige Store Betreiber einen Anteil von 30 Prozent. Erst ab dem zweiten Jahr hat Apple etwas Einsehen und verringert die Gebühr auf 15 Prozent. Die Anbieter haben nur die Wahl, diesen Betrag aus eigener Tasche zu berappen, die Abos in der App teurer anzubieten als auf ihrer Website oder in ihren Apps eine Abobestellung erst gar nicht zu ermöglichen. Besonders heikel ist der Fall bei Spotify und Apple. Das Elektronik-Unternehmen aus Cupertino (derzeit über 50 Millionen Abos) ist dem Streaming-Primus Spotify (zuletzt 96 Mio. Abos) auf den Fersen. Die Schweden wittern eine rechtswidrige Benachteiligung durch den Konkurrenten. Nun wurde eine kartellrechtliche Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Daniel Ek verwies in einer entsprechenden Mitteilung auch darauf, dass Apple auch regelmäßig Spotify-Upgrades blockierem, die Kundenkommunikation erschwere und den schwedischstämmigen Streamer den Zugang zu Siri, Apple Watch und HomePod verwehre.

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